Eine städtebauliche Watsche

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber: Der Neubau in der Linzer Straße 3-5 ist – nicht nur seiner Fassade wegen – eine städtebauliche Farce! Die Frontseite passt zu den – die Linzer Straße dominierenden Altbauten – darunter auch wertvolle Barockfassaden, wie die Faust aufs Auge. Wer hat das seitens der Stadt St. Pölten genehmigt? 

Hier, wo einst das sogenannte „Alte Pressehaus“ stand, werden in Kürze 32 Eigentumswohnungen bezogen werden. Ganz im Sinne der Stadtpolitik die immer wieder etwas kurzsichtig vom „verdichteten Wohnbau“ in der Innenstadt spricht. Ein gutes Geschäft für (nicht selten, parteinahe) Wohnbaugenossenschaften oder Immobiliengesellschaften, aber eine schlechte Zukunftsperspektive für Bewohner und Besucher der Innenstadt.

Verdichteter Wohnbau bedeutet angesichts des Klimawandels und der Erderwärmung sommerliche Gluthitze in den Städten. Die Wissenschaft prognostiziert für innerstädtische Bereiche um acht und mehr Grad höhere Temperaturen, als außerhalb der Stadt. In der Wiener Innenstadt etwa wurden – im Vergleich zu außerstädtischen Gebieten –  schon in den Sommermonaten der vergangenen Jahre hohe Temperaturunterschiede gemessen.  

Foto oben (von Friedl Nesslinger): Zwischen Altbauten steht nun ein weißer „Kobel“ mit 32 Eigentumswohnungen. 

(Kommentar, wp/02OKT2020)

Google Street View – Blick vom West nach Ost mit Barockfassade des ehemaligen Klostertrakts der Englischen Fräulein

 

nach dem Abriss, die Baulücke:

Fotos: pelz

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